Dissertation "Urheberrechtsschutz in der Musikindustrie: Eine ökonomische Analyse"
Das Buch
 | | | Urheberrechtsschutz in der Musikindustrie: Eine ökonomische Analyse
mit einem Vorwort von Prof. Dr. Bernd Woeckener, Universität Stuttgart
Autor: Jochen Haller
Verlag: Josef Eul
ISBN: 3-89936-352-3
Einband: Kartoniert
Seiten/Umfang: XXXII, 376 Seiten, 27 schwarz-weiß Abbildung(en), 18 schwarz-weiß Tabellen - 21 × 14,8 cm
Erschienen: 1. Auflage, 05/2005
Gewicht: 560 g
Preis: 56,00 EUR (D) / 57,60 EUR (A)
Aus der Reihe: Industrieökonomik, Band 2 |
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Kurzinhaltsangabe
Die Musikindustrie befindet sich nach Jahren stetigen Wachstums derzeit in einer schweren Krise. Gemäß deren Interessenvertretern sind hierfür überwiegend unautorisierte Kopien verantwortlich. Die Musikindustrie fordert daher eine Verschärfung des Urheberrechtsschutzes. Eine solche Verschärfung wird allerdings auch kritisch gesehen, da mit ihr gleichzeitig eine Stärkung der Monopolmacht der Rechteinhaber einhergeht. Im Zentrum des Interesses steht damit die Frage nach dem wohlfahrtsoptimalen Niveau des Urheberrechtsschutzes. Zu diesem Themenkomplex existiert bereits eine Reihe von Modellansätzen. Diese sind jedoch nur begrenzt geeignet, die o. g. Frage in bezug auf Tonträger zu beantworten, da sie die Existenz von Netzeffekten, und damit ein zentrales Charakteristikum des Gutes Musik, vernachlässigen.
Ziel dieser Arbeit ist es daher, ein ökonomisches Modell des Urheberrechtsschutzes bei Tonträgern zu entwickeln, das Netzeffekte in die Analyse mit einbezieht. Mit dessen Hilfe soll die Frage beantwortet werden, ob und inwieweit eine Verschärfung des Urheberrechtsschutzes bei Tonträgern gesamtgesellschaftlich wünschenswert ist. Daneben werden in der Arbeit die theoretischen Grundlagen der ökonomischen Analyse des Urheberrechtsschutzes erörtert und der derzeitige Stand der Forschung auf diesem Gebiet umfassend dargestellt. Um einen tieferen Einblick in die derzeitige Krise zu gewinnen, wird zudem die Struktur der Musikindustrie eingehend analysiert. Darüber hinaus werden auch das technische Umfeld und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Musikindustrie untersucht.
Die Ergebnisse der Arbeit machen deutlich, daß Zweifel angebracht sind, ob sich eine Verschärfung des Urheberrechtsschutzes langfristig als ein probates Mittel zur Überwindung der derzeitigen Krise der Musikindustrie eignet. Hierzu scheint vielmehr die Entwicklung neuer Strategien seitens der Tonträgerhersteller vielversprechender zu sein.
Zusammenfassung

Die Musikindustrie befindet sich nach Jahren stetigen Wachstums derzeit in einer schweren Krise. Deren Ausmaß wird insbesondere anhand der erheblichen Absatz- und Umsatzeinbußen der letzten Jahre deutlich. So sank der Umsatz mit Tonträgern im Jahr 2003 in Deutschland um beinahe 20%. Daneben sind auch die sich hieraus ergebenden ökonomischen Implikationen bereits deutlich sichtbar. So haben infolgedessen eine Reihe von Tonträgerherstellern ihr Personal reduziert und ihr Portefeuille an Künstler verkleinert. Gleichzeitig haben sich die Konzentrationstendenzen in diesem Industriezweig weiter verstärkt. Obwohl die zukünftige Entwicklung noch nicht eindeutig vorhersehbar ist, sind sich die meisten Experten darin einig, daß die Krise der Musikindustrie auch in den nächsten Jahren anhalten wird.
Die Ursachen der derzeitigen Krise sind weiterhin strittig, die Interessenvertreter der Musikindustrie gehen jedoch überwiegend davon aus, daß diese eine Folge des steigenden Umfangs des unautorisierten Kopierens ist. Folglich reagiert die Musikindustrie auch hauptsächlich mit repressiven Maßnahmen, wie beispielsweise mit dem breiten Einsatz von Kopierschutzsystemen auf Audio-CDs. Da diese jedoch mit einer Vielzahl von Problemen behaftet sind, stellt die Verschärfung des Urheberrechtsschutzes derzeit die zentrale Forderung der Vertreter der Musikindustrie dar. Diese Maßnahme ist allerdings auch stark umstritten, da mit dieser gleichzeitig eine Reihe negativer ökonomischer Effekte - wie beispielsweise die Stärkung der Monopolmacht der Rechteinhaber - verbunden sind. Neben der Notwendigkeit des Urheberrechtsschutzes als solches, stellt sich daher insgesamt die Frage nach dessen wohlfahrtsoptimalem Niveau.
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Abstract
After years of constant growth, the music industry is, at present, in a serious crisis. The extent becomes obvious, in particular, on the basis of the substantial losses in revenue and sales in recent years. For example, the sales of sound storage mediums declined in 2003 in Germany by almost 20%. In addition, the resulting economic implications from this are already visible. Consequently, a number of record companies have significantly reduced their staff and their portfolio of artists. Furthermore, consolidation in the music industry has increased. Indeed, the future development is highly uncertain, but, nevertheless, most experts agree about the fact that the crisis in the music industry will continue in the years to come.
While the causes of the current crisis are largely contentious, the representatives of the music industry predominantly assume that this is a consequence of the rising extent of unauthorised copying. Therefore, the music industry reacted thus far with almost repressive measures, like the broad adoption of copy protection on compact disks. Since these are afflicted with a multitude of problems, the tightening of copyright protection represents the central claim of the representatives of the music industry. But this measure is also strongly disputed, since it implies a number of negative economic effects, for example, the increasing monopoly power of the right holders. Apart from the necessity for copyright protection as such, the question about its welfare-optimal level arises.
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